Max Gross bringt umfangreiche Börsenerfahrung mit – darunter fünf Jahre als Redakteur bei einem der renommiertesten Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und konsequent mit Blick auf Anlageentscheidungen auf. Sein Fokus liegt auf US-Aktien, Dividendenstrategien und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf eine Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.
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© Andre Hunter via Unsplash.
Der Wasserstoff-Spezialist Plug Power zählt zu den größten Geldvernichtern an der Wall Street. Dennoch steht die Aktie aktuell erneut vor einem potenziellen Kaufsignal.
Kurz für dich zusammengefasst:
Plug Power: Eine finanziell schmerzhafte Dauerenttäuschung
Als einer der größten Enttäuschungen an der Wall Street erwies sich in den vergangenen Jahren der Wasserstoffwert Plug Power. Während der Hochphase der Corona-Pandemie noch als Hoffnungsträger der Energiezukunft gefeiert, wandelte sich die Aktie zu einem der massivsten Kapitalvernichter der jüngeren Vergangenheit.
Gebrochene Profitabilitätszusagen, fortlaufende Verwässerung der Aktionärsbasis und zunehmende Verschuldung haben den Kurs seit den Rekordständen um 97 Prozent abstürzen lassen. Selbst zeitweise insolvente Unternehmen wie der Halbleiterhersteller Wolfspeed kommen nicht auf eine derart schwache Bilanz. Entsprechend zählt Plug Power heute zu den unpopulärsten Papieren.
Unpopulär? Geschenkt – dennoch bahnt sich erneut ein Kaufsignal an!
Trotzdem versuchen hartgesottene Anlegerinnen und Anleger hier immer wieder ihr Glück. Bei einer Leerverkaufsquote von fast 21 Prozent lockt die Aussicht auf einen kurzfristigen Short Squeeze – mit bisweilen beachtlichen Gegenbewegungen. Nun könnte es abermals so weit sein:
Zwei Bärenmarktrallyes binnen 12 Monaten wieder abverkauft
Nach den enormen Verlusten der vergangenen fünf Jahre befindet sich die Plug-Power-Aktie weiterhin in einem übergeordneten Abwärtstrend. Innerhalb der letzten 12 Monate ergibt sich jedoch ein differenzierteres Bild.
Zu erkennen sind ein Boden um 2 US-Dollar sowie zwei zwischenzeitlich steile Bärenmarktrallyes, die den Kurs jeweils (nahezu) verdoppelten. Zwischen März und Mai dieses Jahres profitierte Plug Power – wie viele Titel aus dem Bereich alternativer Energien – vom kräftig gestiegenen Ölpreis im Zuge des Iran-Kriegs. Inzwischen belasten die hohen Verbindlichkeiten von über einer Milliarde US-Dollar und die stark gestiegenen Anleiherenditen die Aktie spürbar.
Bodenbildung erkennbar, Indikatoren drehen nach oben
Nach einem erfolgreichen Re-Test der Unterstützungszone bei 2 US-Dollar Ende Juli lief die Aktie in den vergangenen Wochen überwiegend seitwärts. Dadurch konnten sich die im Hochsommer deutlich überverkauften und schwachen technischen Indikatoren RSI und MACD erholen.
Das führte zu bullischen Divergenzen und neuem Schwung, resultierend in zwei – bislang gescheiterten – Ausbruchsversuchen über die 50-Tage-Linie. Nun steht ein dritter Anlauf unmittelbar bevor. Dieser könnte gelingen, denn die technischen Signale haben sich weiter aufgehellt.
Kaufsignal könnte eine Rallye von rund 20 Prozent auslösen
Der RSI notiert mit etwa 52 Punkten neutral bis leicht positiv. Gleichzeitig steht der Trendstärkeindikator vor einem möglichen Vorzeichenwechsel und würde damit einen neuen Aufwärtstrend andeuten. Damit lägen zwei prozyklische Kaufsignale vor, die zunächst Potenzial bis zur 200-Tage-Linie bei rund 2,50 US-Dollar eröffnen. Das entspräche etwa +18 Prozent.
Misslingt Plug Power jedoch erneut der Sprung über die 50-Tage-Linie und dreht der MACD zurück unter die Nulllinie, würde das für einen Ausbruch nach unten sprechen. Wer die Long-Seite spielen will, sollte daher spätestens bei 1,90 US-Dollar einen Stopp-Loss setzen.
Fazit: Wer hier spekuliert, sollte genau wissen, was er tut
Kapitalvernichter hin oder her: Der angeschlagene Wasserstoffelektrolyseur Plug Power ist immer wieder für Überraschungen und Short-Covering-Bewegungen gut. Nach zwei fehlgeschlagenen Versuchen über die 50-Tage-Linie steht ein dritter Anlauf an – und der könnte dank verbesserter Technik diesmal gelingen.
Für eine nachhaltige Trendwende braucht es jedoch operative Fortschritte mit der Chance auf Schuldenabbau. Der Weg dorthin ist weit: Im jüngsten Quartal erzielte Plug Power bei 178,1 Millionen US-Dollar Umsatz einen operativen Verlust von 44,4 Millionen US-Dollar. Angesichts schwindender Liquiditätsreserven dürfte die nächste Kapitalerhöhung nur eine Frage der Zeit sein. Wer zockt, sichert eng ab!
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
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