Nicolas Ebert liefert pointierte Nachrichten mit feinem Gespür für die wirklich wichtigen Marktthemen. Nach mehr als sechs Jahren bei wallstreetONLINE und ariva.de ist der Berliner in der Finanzwelt heimisch. Seine Themenpalette reicht von Value-Werten und den asiatischen Märkten über US-Big-Tech bis zu aktuellen Spitzenreitern an den Börsen weltweit. So entstehen informative Beiträge, die Anlegern verlässliche Orientierung geben.
 | 
Aufrufe: 721
©unsplash.com
Die Börsen in Europa notieren auf Rekordhöhen. Die UBS sieht weiteres Potenzial. Gleichzeitig birgt die Rallye Risiken, denn der Aufschwung ruht auf wenigen Sektoren.
Kurz zusammengefasst:
Marktstrategen zeigen sich für europäische Aktien wieder optimistischer. Steigende Unternehmensgewinne und eine widerstandsfähige Kursentwicklung schüren die Hoffnung, dass die Rallye geopolitischen Belastungen trotzen kann. Das geht aus einer Bloomberg-Umfrage unter 18 Strategen hervor.
Am zuversichtlichsten ist die UBS: Die Schweizer Großbank erwartet bis Jahresende einen Anstieg des Stoxx 600 um acht Prozent auf 690 Punkte. Auch Bank of America, die Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) und Kepler Cheuvreux haben ihre Zielmarken nach oben gesetzt.
Im Mittel sehen die Experten Ende 2026 647 Punkte – knapp ein Prozent über dem aktuellen Niveau. Nur noch fünf Strategen rechnen mit rückläufigen Kursen.
“Aktuell überwiegt wohl das Aufwärts- gegenüber dem Abwärtspotenzial”, sagte UBS-Stratege Gerry Fowler gegenüber Bloomberg. Er räumte ein, zuvor zu defensiv gewesen zu sein.
Nach Fowlers Einschätzung sind negative Katalysatoren in Schlüsselbranchen wie Gesundheit, Basiskonsumgüter und Luxus zunehmend rar. Besonders chancenreich erscheinen ihm Banken, Industriewerte und Anbieter von Ausrüstung für Künstliche Intelligenz.
Im Juli markierten europäische Aktien neue Höchststände. Investoren stockten ihre Positionen wieder auf, nachdem die Sorgen um den Krieg mit dem Iran nach dem Waffenstillstand im April abgeflaut waren. Auch neu entflammte Spannungen konnten die Aufwärtsbewegung bislang nicht bremsen.
Rückenwind kommt zudem von der globalen Konjunktur, hohen staatlichen Ausgaben in Europa und Investitionen in KI. Ein Citigroup-Indikator für Gewinnrevisionen in Europa ohne Großbritannien erreichte den höchsten Wert seit fünf Jahren. Inzwischen verzeichnen 80 Prozent der Branchen mehr Anhebungen als Kürzungen.
Citigroup-Strategin Beata Manthey bleibt für die nächsten zwölf Monate konstruktiv. Die jüngsten Anhebungen der Gewinnschätzungen überzeugten durch ihre Höhe, ihre Breite und ihren frühen Zeitpunkt, sagte sie.
Berichtssaison sendet positive Signale
Analysten erwarten für europäische Unternehmen im Jahr 2026 ein Plus beim Gewinn je Aktie von 14 Prozent. Für 2027 wird mit weiteren zehn Prozent Zuwachs gerechnet.
Bislang haben über 45 Prozent der Unternehmen die Erwartungen übertroffen, während 27 Prozent dahinter zurückblieben. Das Gewinnwachstum liegt laut Bloomberg Intelligence bei 11,6 Prozent.
Trotzdem bleiben einige Experten vorsichtig. TFS prognostiziert einen Rückgang des Stoxx 600 um neun Prozent auf 585 Punkte. Die Société Générale kalkuliert mit einem Minus von etwa sechs Prozent.
SocGen-Stratege Roland Kaloyan sieht das Hauptrisiko darin, dass die Erholung schwächer ausfallen könnte als bereits im Kurs eingepreist. Die Erwartungen seien hoch, zudem konzentriere sich die Stärke stark auf KI und Energie.
Auch Bloomberg Intelligence mahnt zu Vorsicht: Finanzwerte und KI-nahe Titel ziehen den Markt, während rund die Hälfte der Branchen hinterherläuft.
Die Anlegerstimmung hat sich dennoch deutlich aufgehellt. Laut einer Fondsmanagerumfrage der Bank of America rechnen netto 37 Prozent der europäischen Investoren mit solidem Wachstum und sinkender Inflation. Netto 54 Prozent erwarten steigende Aktienkurse.
Barclays-Stratege Emmanuel Cau hält europäische Aktien weiterhin für attraktiv bewertet. Stabile Gewinne könnten höhere Zinsen kompensieren. Unsicher bleibt allerdings die Entwicklung des Ölpreises.
Francesco Sedati, Aktienchef bei Eurizon, sieht Europa zudem als preiswerte Alternative zum stark technologielastigen US-Markt. Besonders überzeugt ist er von Industrieunternehmen, Halbleiterherstellern, Banken und Versorgern.
Vorsicht ist hingegen bei Software und Unternehmensdienstleistern geboten. Künstliche Intelligenz stellt viele etablierte Geschäftsmodelle infrage. Zugleich könnten einige vermeintliche Verlierer inzwischen übermäßig abgestraft sein.
Hinweis:
In dieser Rubrik veröffentlicht ARIVA.DE Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus unterschiedlichen Quellen.
Die ARIVA.DE AG übernimmt keine Verantwortung für Inhalte, die erkennbar von Dritten im „News“-Bereich
dieser Webseite eingestellt werden, und macht sie sich nicht zu eigen. Diese Beiträge sind insbesondere durch
eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link
„Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für
diese Inhalte ist ausschließlich der jeweils genannte Dritte.