Robuste Fundamentaldaten treffen Marktbewegungen: Diese Titel bleiben bei Analysten gefragt
Da die Berichtssaison weitgehend abgeschlossen ist und übergeordnete Makrotrends weiterhin Unsicherheit stiften, rücken Einzeltitel mit stabilen Fundamentaldaten, verlässlichen Erträgen und klarer strategischer Positionierung in den Fokus. Sowohl die Bank of America als auch die UBS haben kürzlich Aktien hervorgehoben, die dank operativer Stärke und attraktiver Bewertung – trotz bereits erzielter Kursgewinne – weiteres Aufwärtspotenzial bieten.
Levi Strauss & Co. (LEVI): Wachstumsagenda jenseits von Denim
Die Bank of America (Bank of America Aktie) betont die erfreuliche Entwicklung bei Levi Strauss & Co., einem Traditionshaus der Modebranche. Analyst Christopher Nardone hebt die Erweiterung des Angebots über Denim hinaus hervor. Damenkollektionen, eine Premiumausrichtung sowie der konsequente Ausbau des Direktvertriebs (DTC – Direct-to-Consumer) sind laut Nardone zentrale Pfeiler für nachhaltiges Wachstum.
„Levi’s arbeitet zielstrebig daran, sich vom reinen Hosenanbieter zu einem umfassenden Bekleidungsanbieter zu entwickeln“, schreibt Nardone in seiner Analyse.
Zollthemen und geopolitische Risiken stufen die Experten als gut handhabbar ein. Ein Kursplus von 23 % im bisherigen Jahresverlauf 2025 untermauert diese Einschätzung bislang.
TKO Group Holdings (TKO): Sportunterhaltung mit hoher Planbarkeit
Das Medien- und Sportunternehmen TKO, zu dem WWE und UFC gehören, profitiert von langfristig abgesicherten Medienverträgen, wie Analyst Brent Navon betont. Laut Bank of America enthalten diese Verträge feste Preissteigerungsklauseln und erhöhen damit die Visibilität der Erträge.
Zusätzliche Impulse kommen aus Live-Events sowie potenziellen neuen Formaten, etwa einer eigenen Boxliga.
Ein Kursanstieg von 31 % seit Jahresbeginn signalisiert das Vertrauen des Marktes in die strategische Ausrichtung des Konzerns.
TransDigm Group (TDG): Rücksetzer als Einstiegschance
Im August 2025 gab die Aktie des Luft- und Raumfahrtzulieferers TransDigm um rund 12,5 % nach. Aus Sicht der Bank of America ist dieser Rückgang überzogen. Analyst Ronald Epstein führt die Schwäche auf die verhaltene Marktreaktion auf das Q3-Ergebnis zurück, betont jedoch, dass die Fundamentaldaten intakt sind.
„Trotz kurzfristiger Nachfrageschwankungen im OEM-Segment bleiben die Margenpotenziale attraktiv“, so Epstein.
Seit Jahresbeginn liegt die Aktie dennoch 11 % im Plus. Der August-Rückgang dürfte als technische Korrektur zu werten sein.
UBS sieht weitere potenzielle Outperformer
Neben der Bank of America hat auch die UBS Titel mit weiterem Aufwärtspotenzial identifiziert. Im Mittelpunkt standen Unternehmen mit:
positiver Cashflow-Rendite auf getätigte Investitionen im selben Zeitraum
Besonders stark vertreten sind Finanzwerte (22 %), Industrie (20 %) und Technologie (16 %).
Broadcom Inc. (AVGO): Tech-Schwergewicht mit überzeugender Entwicklung
Broadcom, ein führender Anbieter von Halbleiterlösungen, legte in den vergangenen drei Monaten 28 % und über sechs Monate 35 % zu. Zum Vergleich: Der S&P 500 kam im selben Zeitraum auf 11 % beziehungsweise 7 %.
Die relative Rendite von 25,4 % gegenüber dem Gesamtmarkt unterstreicht die Outperformance. Die Mehrheit der Analysten (41 von 43 laut LSEG) empfiehlt den Kauf. Piper Sandler nennt ein Kursziel von 315 USD und sieht damit weiteres Potenzial von etwa 7 %.
AstraZeneca plc (AZN): Stabiler Anker im Pharmasektor
Das britisch-schwedische Biopharma-Unternehmen AstraZeneca hat sich mit einer Jahresperformance von 23 % klar vom Markt abgesetzt. Im gleichen Zeitraum liegt der S&P 500 bei rund 10 %.
Über 13 Wochen beträgt die relative Rendite 6,8 %. Der Analystenkonsens liegt bei einem Kursziel von rund 101 USD, was ein Potenzial von 25 % impliziert. Im europäischen Vergleich fällt AstraZeneca (AstraZeneca Aktie) besonders positiv auf.
PepsiCo Inc. (PEP): Comeback nach holprigem Jahresauftakt
PepsiCo, traditionell als defensiver Konsumwert betrachtet, hinkte seit Jahresbeginn hinterher. In den vergangenen drei Monaten erholte sich die Aktie jedoch um 15 % und übertraf damit den Markt.
UBS verweist vor allem auf die positive Cashflow-Dynamik und eine relative Rendite von 5,4 % als Gründe für die Aufnahme in die Liste potenzieller Outperformer. Ertragsstärke, globale Reichweite und Markenpower stützen die Einschätzung.
Makrobild und geldpolitischer Ausblick
Für Rückenwind sorgten zuletzt auch Aussagen von Jerome Powell, dem Vorsitzenden der US-Notenbank Fed, in Jackson Hole. Er signalisierte mögliche Anpassungen der Geldpolitik, was viele als Hinweis auf potenzielle Zinssenkungen werteten. Dies könnte die Attraktivität von Aktien weiter erhöhen – insbesondere bei stärker verschuldeten oder wachstumsorientierten Unternehmen.
Fazit: Qualitätswerte mit stabilem Fundament
Die Einschätzungen der Bank of America und der UBS zeigen: Auch nach einer kräftigen Markterholung im Jahr 2025 gibt es Einzeltitel mit weiterem Potenzial. Maßgebliche Kriterien sind dabei:
Nachhaltig positive Cashflow-Entwicklung
Robuste Marktpositionierung
Unternehmen wie Levi Strauss, TKO, TransDigm, Broadcom, AstraZeneca und PepsiCo erfüllen diese Kriterien und könnten im weiteren Jahresverlauf zusätzlich von übergeordneten Trends profitieren.