Beinahe 50 Prozent Zuwachs: Dividendenkönig übertrumpft KI-Werte!
Nach mehreren mageren Jahren gelang der Aktie des Dividendenkönigs Johnson & Johnson im vergangenen Jahr der Durchbruch. Zwar fiel der Kurs im April auf ein neues Mehrjahrestief, doch anschließend setzte eine deutliche Aufwärtsbewegung ein: Ein wichtiger charttechnischer Ausbruch gelang und zuletzt erreichte die Aktie 220 US-Dollar.
Im Jahresvergleich steht damit ein Plus von fast 50 Prozent zu Buche – und die als eher unspektakulär geltende Aktie ließ damit etliche KI-Überflieger hinter sich. Am Mittwoch musste das Unternehmen mit frischen Quartalszahlen liefern. Diese fielen zwar solide aus, könnten für eine ungebrochene Fortsetzung der Rallye jedoch zu wenig Schwung bieten.
Johnson & Johnson beschleunigt sein Wachstum
Im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg der Umsatz um 9,3 Prozent auf 24,6 Milliarden US-Dollar. Damit übertraf Johnson & Johnson die Erwartungen um 440 Millionen US-Dollar und lieferte das wachstumsstärkste Quartal seit vier Jahren.
Mit einem Plus von 10 Prozent war die Sparte Innovative Medicine der klare Wachstumstreiber, während die Medizintechnik-Erlöse um 7,5 Prozent zulegten. Regional gab das internationale Geschäft den Ton an (+11,3 Prozent), während der Heimatmarkt um 7,5 Prozent wuchs.
Nettogewinn legt deutlich zu
Operativ lag das Unternehmen im Rahmen der Prognosen. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte mit 2,46 US-Dollar exakt den Konsens. Im Vorjahr waren es 2,04 US-Dollar je Anteilsschein – ein Anstieg um 20,6 Prozent.
In Summe erwirtschaftete der Konzern einen Nettogewinn von 5,12 Milliarden US-Dollar und lag damit 49,1 Prozent über dem Vorjahreswert von 3,43 Milliarden US-Dollar. Ein Großteil davon scheint im Kursanstieg bereits eingepreist zu sein.
Ausblick im Rahmen der Erwartungen
Für das Gesamtjahr stiegen die Erlöse um 6,0 Prozent auf 94,2 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie erhöhte sich um 8,1 Prozent auf 10,79 US-Dollar.
Diesen Kurs will das Management um CEO Joaquin Duato 2026 fortsetzen. Die Umsätze sollen laut Midpoint-Guidance um 6,7 Prozent auf 100,5 Milliarden US-Dollar wachsen. Beim bereinigten Gewinn je Aktie stellt J&J 11,52 US-Dollar in Aussicht – nur knapp über den Erwartungen von 11,49 US-Dollar.
Bewertung und Aufwärtstrend bereits weit fortgeschritten
Die nur knapp übertroffenen Erwartungen – sowohl für das abgelaufene Quartal als auch beim Ausblick – könnten zum Bremsklotz werden. Das spiegelt die schwache Vorbörsenreaktion mit rund −2,5 Prozent wider.
Auf Basis der unternehmenseigenen Gewinnschätzung für 2026 kommt Johnson & Johnson auf ein KGVe von 18,7. Das liegt klar über dem 5-Jahres-Durchschnitt von 16,2 und deutet darauf hin, dass die Bullen mit der Kursrallye bereits vorgeprescht sind.
Auch technisch ist die Aufwärtsbewegung weit gelaufen. Erste bearishe Divergenzen deuten auf eine mögliche Trendwende bzw. eine ausgeprägtere Korrektur hin. Positiv: Zwischen 200 und 210 US-Dollar findet die Aktie eine robuste Unterstützung. Erst darunter würde das Chartbild spürbar Schaden nehmen.
Fazit: Solide Basisanlage, derzeit jedoch hoch bewertet
Johnson & Johnson hat ein ordentliches Quartal abgeliefert und die Kennzahlen durchweg verbessert. Insgesamt wurden die Erwartungen jedoch lediglich erreicht.
Angesichts des fortgeschrittenen Trends und der inzwischen erhöhten Bewertung spricht vieles für eine Verschnaufpause und Gewinnmitnahmen. Langfristig untermauert die Entwicklung den Charakter der Aktie als defensives Basisinvestment. Einkommen- und sicherheitsorientierte Anlegerinnen und Anleger sollten auf einen Rücksetzer in Richtung fairer Bewertung warten.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross