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Die deutsche Industrie wächst bereits den dritten Monat in Folge, angetrieben von einem kräftigen Plus in der Autobranche. Doch das Niedrigwasser auf dem Rhein und die Lage in der Straße von Hormus könnten die fragile Erholung rasch ausbremsen.
Kurz zusammengefasst:
Trotz des Iran-Kriegs bleibt die deutsche Industrie widerstandsfähig. Laut Statistischem Bundesamt stieg die Produktion im Juni bereits den dritten Monat in Serie.
Gegenüber Mai erhöhte sich die Industrieproduktion um 0,2 Prozent, nach revidierten 0,7 Prozent im Vormonat. Damit traf der Juni-Wert die Medianprognose der von Bloomberg befragten Ökonomen. Besonders dynamisch zeigte sich die Autoindustrie: Ihre Fertigung legte gegenüber Mai um 3,6 Prozent zu.
Volkswirt Marc Schattenberg von Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) Research erklärt: “Im stabileren Vorquartalsvergleich hat die Industrieproduktion im zweiten Quartal leicht zugelegt. Angesichts gut gefüllter Auftragsbücher dürfte sich die Erholung im dritten Quartal fortsetzen.”
“Kurzfristig könnten allerdings die durch niedrige Rheinpegel verursachten Transportengpässe einige Unternehmen bremsen. Zugleich senden Stimmungsindikatoren wie das ifo-Geschäftsklima und der Einkaufsmanagerindex Erholungssignale”, so Schattenberg weiter.
Auch der Außenhandel zog an. Die Exporte stiegen den fünften Monat in Folge, während die Importe deutlich zulegten. Das Defizit in der Handelsbilanz verringerte sich dennoch von 19,3 Milliarden Euro im Mai auf 15,4 Milliarden Euro.
Die Ergebnisse fügen sich in eine Serie zuletzt überraschend positiver Konjunktursignale ein. Dazu zählen ein besser als erwartet ausgefallenes BIP im zweiten Quartal und kräftige Auftragseingänge in der Industrie. Auch Konjunktur- und Stimmungsindikatoren haben sich vor dem Hintergrund des Reformpakets der Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz aufgehellt.
Risiken bleiben bestehen
Die anhaltende Unsicherheit in der Straße von Hormus sowie die niedrigen Pegelstände des Rheins belasten weiterhin Produktion und Lieferketten.
Firmen reagieren mit alternativen Routen und höheren Lagerbeständen. Sollten die Kapazitäten der Binnenwasserstraßen jedoch länger eingeschränkt bleiben, sind laut Wirtschaftsministerium vorübergehende Produktionsunterbrechungen bei betroffenen Unternehmen nicht auszuschließen.
Der deutsche Leitindex erlebt derzeit Rückenwind. In dieser Handelswoche gewann der DAX rund 1,6 Prozent hinzu und notiert damit klar über der Marke von 26.000 Punkten.
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