Angesichts der drohenden feindlichen Übernahme durch UniCredit verschärft die Commerzbank ihren Sparkurs. Tausende Stellen sollen entfallen – Teile der Arbeit sollen künftig durch Künstliche Intelligenz übernommen werden.
UniCredit hat seine Beteiligung bei der Commerzbank weiter erhöht und hält inzwischen knapp 30 Prozent der Anteile. Der italienische Bankkonzern hat zudem ein offizielles Übernahmeangebot unterbreitet, das je Commerzbank-Aktie 0,485 neue UniCredit-Aktien vorsieht.
Dieses Angebot liegt allerdings unter dem aktuellen Börsenkurs der Commerzbank und wird vom Management als feindlich bewertet. Die Bundesregierung, die rund 12 Prozent der Anteile hält, unterstützt die ablehnende Haltung der Commerzbank-Führung ausdrücklich.
Commerzbank übt deutliche Kritik am UniCredit-Angebot
Um die Übernahme abzuwehren und die Aktionäre zum Verbleib zu bewegen, setzt die Commerzbank bis 2030 auf ambitionierte Gewinn- und Renditeziele. Gleichzeitig kündigte das Institut den Abbau von rund 3000 Arbeitsplätzen an, vor allem bei externen Kräften in Call-Centern und im IT-Bereich.
Künstliche Intelligenz soll dabei einen Teil der freiwerdenden Tätigkeiten übernehmen, während betriebsbedingte Kündigungen in der Stammbelegschaft vermieden werden sollen. Die Commerzbank weist das UniCredit-Angebot scharf zurück und spricht von einer Schrumpfungsstrategie, die dem eigenen Geschäftsmodell schaden würde.
Die Annahmefrist für das UniCredit-Angebot läuft zunächst bis zum 16. Juni und könnte bis zum 3. Juli verlängert werden. Eine offizielle Stellungnahme der Commerzbank zum Übernahmeangebot wird Anfang nächster Woche erwartet.
Unterdessen stießen kritische Äußerungen von EZB-Vizepräsident de Guindos, der den Widerstand der Bundesregierung gegen die Übernahme rügte, bei der Commerzbank auf Unverständnis.
Charttechnische Analyse der Commerzbank-Aktie
Die Commerzbank-Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten deutlich aufgeholt – mit einer Dynamik, die den DAX klar übertrifft. Nach mehreren starken Anstiegen und kurzen Verschnaufpausen notiert das Frankfurter Institut derzeit bei 36,43 Euro und damit rund 42 Prozent höher als vor einem Jahr, während der DAX nur knapp über vier Prozent zugelegt hat.
Unsere Daten zeigen, dass der übergeordnete Aufwärtstrend zwar intakt ist, die Dynamik zuletzt jedoch spürbar nachgelassen hat – ein Hinweis, den erfahrene Marktteilnehmer beachten sollten.
Commerzbank-Aktie weiterhin schwankungsanfällig
Aktuell notiert das DAX-Kreditinstitut komfortabel über der 200-Tage-Linie bei 33,55 Euro – ein Abstand von rund 9 Prozent bestätigt die weiterhin robuste Verfassung. Der gleitende Durchschnitt steigt zwar noch, doch die Steigung hat deutlich an Schwung verloren, was eine nachlassende Trendkraft signalisiert.
Unsere Modelle deuten darauf hin: Das Aufwärtspotenzial lässt nach, und das Momentum ist nicht mehr so ausgeprägt wie noch vor einigen Monaten.
Für die nächsten vier Wochen erwarten wir eine Kursentwicklung innerhalb eines Korridors von 30 bis 39 Euro. Das Basisszenario signalisiert einen möglichen Rückgang von 4,7 Prozent, bei einer Bandbreite von minus 16,9 bis plus 7,6 Prozent.
Die Zahlen sind eindeutig: Die Aktie bleibt volatil, und kurzfristige Rücksetzer sind nicht auszuschließen. Wer die Commerzbank-Aktie verfolgt, sollte daher mit schnellen Richtungswechseln rechnen.