Mit Kimi K3 hat Moonshot in der KI-Szene für Aufmerksamkeit gesorgt. Nun führt das Start-up Gespräche mit Microsoft, Amazon und Google – und bereitet offenbar einen Börsengang vor.
Der chinesische KI-Entwickler Moonshot plant anscheinend einen Börsengang in Hongkong. Wie „Reuters“ unter Berufung auf drei mit den Plänen vertraute Personen berichtet, hat das Unternehmen bereits vertraulich einen Antrag für eine Erstnotiz gestellt. Moonshot könnte dabei rund 3 Milliarden US-Dollar einwerben.
Das Unternehmen aus Peking steht hinter dem KI-Modell Kimi und zählt zu den bekanntesten chinesischen KI-Start-ups. Laut den Quellen liegt die aktuelle Bewertung bei etwa 50 Milliarden US-Dollar.
Damit wäre Moonshot jedoch noch nicht der wertvollste KI-Anbieter Chinas. DeepSeek kommt laut Reuters auf rund 74 Milliarden US-Dollar. Der ebenfalls in Hongkong notierte Wettbewerber Z.AI erreicht eine Marktkapitalisierung von etwa 66 Milliarden US-Dollar.
Kimi K3 rückt ins Rampenlicht
Zusätzlichen Schub liefert die jüngste Version des KI-Modells. Moonshot veröffentlichte Kimi K3 im Juli. Das Modell soll über 2,8 Billionen Parameter verfügen und ist laut dem Unternehmen damit das weltweit größte Open-Weight-Modell.
Die starke Nachfrage bringt Moonshot allerdings auch in Schwierigkeiten. Das Unternehmen stößt bei der Rechenkapazität an Grenzen. Gleichzeitig könnte eine Zusammenarbeit mit US-Konzernen einen wichtigen Wachstumsschub liefern.
Reuters zufolge verhandelt Moonshot mit Microsoft, Amazon und Google über Vereinbarungen zur Umsatzbeteiligung. Die Konzerne könnten Kimi künftig über ihre Cloud-Infrastruktur anbieten. Kommt es dazu, wäre dies einer der ersten großen Revenue-Sharing-Deals zwischen einem chinesischen KI-Unternehmen und einem US-amerikanischen Cloud-Anbieter.
US-Vorwürfe setzen Moonshot unter Druck
Moonshot steht zugleich unter politischem Druck. US-Regierungsvertreter werfen dem Unternehmen vor, auf eingeschränkt verfügbare Nvidia-Chips zurückgegriffen und Fähigkeiten aus den KI-Modellen von Anthropic übernommen zu haben.
US-Finanzminister Scott Bessent deutete sogar an, Moonshot auf eine US-Handels-Blacklist setzen zu können. Das Unternehmen weist insbesondere den Vorwurf zurück, die Leistungsfähigkeit von Kimi K3 durch sogenanntes Distilling erreicht zu haben.
Für den geplanten Börsengang gab Moonshot zudem seine bisherige Offshore-Struktur auf und verlagerte den Firmensitz nach China. Nur so konnten die regulatorischen Voraussetzungen für das IPO erfüllt werden.
Alibaba und Tencent sind an Bord
Moonshot verfügt über finanzstarke Unterstützer. Zu den Investoren zählen unter anderem Alibaba, Tencent, IDG Capital und HSG, das frühere Sequoia Capital China.
Im Mai nahm das Unternehmen mehr als 2 Milliarden US-Dollar ein. Zu den damaligen Investoren gehörten unter anderem Meituan, China Mobile und CPE. Insgesamt hat Moonshot damit bereits über 5,5 Milliarden US-Dollar an Kapital eingesammelt.
Für den geplanten Börsengang arbeitet das Unternehmen laut Reuters mit Goldman Sachs, CICC und Deutsche Bank zusammen. Der genaue Zeitplan sowie die Höhe des Emissionserlöses hängen noch von regulatorischen Genehmigungen und der Marktlage ab.
Der potenzielle Moonshot-IPO reiht sich in eine Welle chinesischer Tech-Börsengänge in Hongkong ein. Laut LSEG belief sich das Volumen der dortigen Neuemissionen bis Mitte August auf 41,2 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg um 142 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.