Über den Jangtse werden jedes Jahr Millionen Tonnen Güter befördert. Nun investiert China 11,4 Milliarden US‑Dollar, um einen wachsenden Engpass zu beseitigen.
China hat ein neues Megaprojekt genehmigt, das eine Erweiterung des Jangtsekiang vorsieht. Konkret plant die Regierung den Bau gewaltiger Schleusen – Wassertreppen, die in die hydraulische Infrastruktur integriert sind. Diese Wassertreppen sollen die Schifffahrt auf Chinas längstem Strom erleichtern und die Passage größerer Schiffe ermöglichen. So können Schiffe die Höhenunterschiede entlang des Flusslaufs überwinden.
Die Kernpunkte im Überblick:
- Chinas zentrale Wasserstraße stößt an ihre Kapazitätsgrenzen.
- Die bestehende Infrastruktur rund um den Drei-Schluchten-Damm reicht nicht mehr aus.
- Ein 11,4‑Milliarden‑Dollar‑Projekt für Wassertreppen soll den Engpass beseitigen.
Milliardeninvestition in die Erweiterung des Jangtse
Laut dem spanischen Portal „Vandal“ soll dies Chinas wichtigsten Logistikkorridor effizienter machen. Die Kosten werden auf rund 11,4 Milliarden US‑Dollar beziffert, das entspricht etwa 9,85 Milliarden Euro. Die Bauzeit ist mit etwa einem Jahrzehnt veranschlagt. Übergeordnetes Ziel ist es, den Jangtse zu einer Hochleistungs-Transportroute zu entwickeln, die mit den führenden Wasserwegen der Welt vergleichbar ist.
Fluss leidet unter zunehmendem Schiffsverkehr
Für China ist es das größte Vorhaben am Jangtse-Flussbett seit Jahrzehnten. Es übertrifft auch die Dimensionen der Großprojekte, die seit dem Bau des Drei-Schluchten-Staudamms Ende des 20. Jahrhunderts umgesetzt wurden.
Seither ist der Güter- und Personenverkehr deutlich gewachsen. Das chinesische Verkehrsministerium bewertet das aktuelle System daher als unzureichend. „Die alten Schleusen und das Drei-Schluchten-Schiffshebewerk haben sich zu einem Nadelöhr entwickelt“, zitiert „Vandal“. „Nicht einmal die optimistischsten Prognosen haben das heutige Schiffsaufkommen auf dem Jangtse vorhergesehen.“
173 Millionen Tonnen Fracht jährlich
Der Jangtse ist eine tragende Säule der chinesischen Wirtschaft. An seinen Ufern liegen bedeutende Industriezentren wie Chongqing, Wuhan und Shanghai. Der rege Warenaustausch hat den Schiffsverkehr in den letzten Jahrzehnten stark angekurbelt.
Die Güterströme durch die bestehenden Schleusen überschritten bereits 2011 die 100‑Millionen‑Tonnen‑Marke. Der jährliche Durchsatz am Drei-Schluchten-Damm stieg bis 2025 auf 173 Millionen Tonnen. Weil die Kapazitäten so begrenzt sind, geraten Pekings städtebauliche Pläne rund um das Jangtse-Becken unter Druck. Das Becken verbindet die wirtschaftsstarken Küstenregionen mit den zentralen und westlichen Provinzen.
Große Produzenten entlang des Flusses setzen zunehmend auf den Jangtse, um Bauteile und Fertigwaren zu transportieren. Gleichzeitig, so die „South China Morning Post“, sind Flusskreuzfahrten immer beliebter geworden – ein weiterer Faktor, der die Kapazitäten der alten Schleusen belastet.
Chinas eigener Suezkanal
Damit reiht sich China in die Gruppe von Ländern ein, die zentrale Wasserwege derzeit ausbauen oder neu anlegen. In manchen Fällen dient die Blockade der Straße von Hormus als Treiber. Die Wassertreppen am Jangtse waren jedoch schon länger geplant – Machbarkeitsstudien lagen vor und die Erweiterung wurde langfristig vorbereitet.