Während Bayer in Japan eine bedeutende Onkologie-Zulassung einholt, legt der Umsatz mit Kerendia um 80 Prozent zu. Für das Gesamtjahr peilt der Konzern mehr als eine Milliarde Euro an. Was heißt das für die Aktie?
Bayer hat in Japan die Zulassung für Hyrnuo (Sevabertinib) zur Therapie von HER2-mutiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) über alle Behandlungslinien erhalten. Das Mittel ist die erste zielgerichtete Option für diese Indikation in Japan und setzt für Bayers Onkologie-Geschäft einen wichtigen Meilenstein.
Damit erschließt sich Bayer neue Erlöschancen im drittgrößten Pharmamarkt weltweit und festigt zugleich seine Stellung im globalen Wettbewerb.
Bayer erwartet Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro
Im zweiten Quartal 2026 setzte Bayer mit Kerendia 329 Millionen Euro um – rund 80 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr stellt der Konzern mehr als eine Milliarde Euro Umsatz in Aussicht. Parallel dazu strebt Bayer in Japan eine Indikationserweiterung für Kerendia zur Behandlung der nichtdiabetischen chronischen Nierenerkrankung (CKD) an, gestützt durch positive Ergebnisse aus Phase-III-Studien.
Darüber hinaus verstärkt Bayer seine F&E-Aktivitäten über eine Kooperation mit dem US-Biotech-Unternehmen Cytokinetics. Im November 2024 wurde ein Lizenzabkommen zur gemeinsamen Entwicklung von Aficamten (Myqorzo) geschlossen, um das Portfolio im Herz-Kreislauf-Bereich auszubauen. Diese Schritte unterstreichen die strategische Fokussierung der Pharma-Sparte auf innovative Therapien und nachhaltiges Wachstum.
Charttechnik: Ausblick für die Bayer-Aktie
Die Kursentwicklung von Bayer glich in den vergangenen zwölf Monaten einer Achterbahnfahrt: Während der DAX gemächlich um knapp zehn Prozent vorankam, erzielte der Pharma- und Chemiekonzern mit über 75 Prozent Total Return eine Spitzenposition. Auf eine Trägheitsphase im Herbst 2025 folgte eine dynamische Rally, nur unterbrochen von kurzen, aber heftigen Rücksetzern – nach dem Juli-Hoch konsolidierte der Kurs, notiert jedoch klar über den Vorjahresniveaus. Unsere Daten bestätigen nicht nur die deutliche Outperformance gegenüber dem Index, sondern auch eine ausgeprägte Trendstärke.
Das Risikoprofil des Aspirin-Herstellers zeigt sich derzeit ausgesprochen schwankungsanfällig: Die annualisierte Volatilität von über 42 Prozent liegt deutlich über dem DAX-Wert und signalisiert hohe Dynamik. Der maximale Drawdown von gut 30 Prozent fiel zwar markant aus, doch die Erholungen setzten zügig ein – deutlich schneller als beim Index, der für die Rückkehr zum Ausgangsniveau fast viermal so lange brauchte. Wer Bayer hält, muss Schwankungen aushalten, wird dafür aber mit außergewöhnlicher Relativstärke entschädigt.
Bayer-Kurs deutlich über 200-Tage-Linie
Aus technischer Sicht liegt die Aktie des Leverkusener Traditionskonzerns aktuell rund 20 Prozent über ihrer 200-Tage-Durchschnittslinie, die selbst klar aufwärts gerichtet ist. Im Frühjahr betrug der Abstand zeitweise über 25 Prozent – ein Hinweis auf die Intensität der jüngsten Rally. Mit einem aktuellen Kurs von 48,89 Euro bewegt sich die Aktie weiterhin im oberen Bereich der diesjährigen Spanne.
Unsere Modelle skizzieren für die nächsten vier Wochen eine Handelsspanne zwischen 38 und 48 Euro, was einen möglichen Rückgang von bis zu 22 Prozent impliziert. Die Projektion erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Korrekturphase, lässt aufgrund des aktuellen Momentums jedoch auch kurzfristige Ausschläge nach oben zu. Fazit: Die Bayer-Aktie dürfte kurzfristig volatil bleiben und sich im genannten Korridor einpendeln.