FRANKFURT (dpa-AFX) – Am sogenannten großen Verfallstag legte der deutsche Aktienmarkt zum Wochenausklang eine Verschnaufpause ein. Zwar liefen am Freitag an den Termin- und Derivatebörsen Futures und Optionen auf Aktienindizes aus – ein Termin, der früher häufig für starke Ausschläge sorgte –, diesmal blieb es jedoch ruhig. Auch die Meldung über eine vereinbarte Feuerpause zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah führte zu keinen nennenswerten Marktbewegungen.
Für dich zusammengefasst:
Der Dax trat über weite Teile des Handels nahezu auf der Stelle und schloss 0,16 Prozent tiefer bei 24.985,82 Punkten – damit knapp unter der runden 25.000er-Marke. Auf Wochensicht ergibt sich damit für den Leitindex ein Plus von fast eineinhalb Prozent. Der MDax der Werte aus der zweiten Reihe gab am Freitag um 0,08 Prozent auf 32.638,42 Zähler nach.
Auf europäischer Ebene verlor der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 0,5 Prozent. Außerhalb der Eurozone gab der Londoner FTSE 100 0,4 Prozent nach. Der SMI in Zürich legte dagegen um 0,1 Prozent zu. Die US-Börsen blieben am Freitag feiertagsbedingt geschlossen.
Nach Angaben eines Vertreters der US-Regierung haben Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz eine neue Waffenruhe vereinbart, die am Freitagnachmittag in Kraft treten sollte. Hisbollah-nahe Quellen bestätigten die Übereinkunft, nannten jedoch keine Details. Eine offizielle Stellungnahme aus Israel stand zunächst aus. Wegen gegenseitiger Angriffe war zuvor eine für Freitag geplante erste Gesprächsrunde zwischen dem Iran und den USA zur Ausgestaltung des Rahmenabkommens in der Schweiz abgesagt worden.
Im Autosektor erholten sich die Aktien von BMW und Mercedes-Benz um bis zu 1,5 Prozent, nachdem eine zweitägige Belastung durch eine Gewinnwarnung von BMW auf dem Sektor gelastet hatte. Rückenwind kam zudem von einem Bericht im “Handelsblatt”, wonach die EU Zölle auf chinesische Plug-in-Hybridfahrzeuge vorbereite – aus Sicht des UBS-Experten Patrick Hummel ein positiver Impuls. Die Papiere von Volkswagen sind separat zu betrachten, da sie am Freitag mit Dividendenabschlag gehandelt wurden.
Die Aktien von Lanxess (Lanxess Aktie) zogen um 8,7 Prozent an und erreichten damit den höchsten Stand seit etwa vier Wochen. Deutliche Gewinne verzeichneten auch andere Chemiewerte wie Evonik , Wacker Chemie sowie BASF (BASF Aktie) . Seit Mitte März profitierte die Branche von einer Sonderkonjunktur im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg; zuletzt geriet die Erholung angesichts der Entspannung jedoch ins Stocken.
Im Bereich der Chip-Ausrüster machten Suss Microtec positiv von sich reden: Die Aktie sprang auf ein erneutes Rekordhoch und schloss letztlich 8,8 Prozent fester. Die Privatbank Berenberg sieht weiteres Potenzial und hob das Kursziel auf 125 Euro an. Die zunehmende Dynamik des Anlagenbauers in der Halbleiterbranche sei vom Markt bislang noch nicht vollständig eingepreist, schrieb Analystin Amelie Dueckelmann-Dublany./edh/zb
— Von Eduard Holetic, dpa-AFX —
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