FRANKFURT (dpa-AFX) – Der erneute Anstieg der Ölpreise hat am Dienstag die Stimmung am deutschen Aktienmarkt gedämpft. Der Leitindex Dax blieb über weite Strecken im Minus und bewegte sich am Ende mit 26.007,63 Punkten kaum vom Fleck. Händler berichteten von einem zähen Handel bei geringen Umsätzen.
Kurz für dich zusammengefasst:
Ein Fass (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent näherte sich der runden Marke von 100 US-Dollar. Auch WTI zog an, ebenso der europäische Gaspreis. Als Gründe nannten Händler unter anderem Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien. Das größte Ölförderland der Golfregion drosselte daraufhin in grenznahen Anlagen die Produktion.
Der andauernde Konflikt im Nahen Osten halte die Inflationssorgen wach, schrieb Jürgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets. Das spreche dafür, dass höhere Zinsen für längere Zeit eingepreist bleiben. “Der Ölpreis ist damit weiterhin das Fieberthermometer der Aktienmärkte”, so der Marktexperte.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen stieg um 0,43 Prozent auf 32.544,30 Punkte. Rückenwind lieferten Kursgewinne bei Indexschwergewichten wie Porsche AG und DWS .
Bei den Einzelwerten bewegten Analystenkommentare die Kurse: Fresenius-Aktien setzten sich mit einem Plus von 3,2 Prozent an die Dax-Spitze. Die Großbank UBS bestätigte ihre Kaufempfehlung. Analyst Graham Doyle hält die Sorgen um das US-Geschäft mit dem wichtigen Biosimilar Tyenne für deutlich übertrieben.
Papiere von Infineon (Infineon Aktie) verloren nach einer Abstufung durch die US-Bank Morgan Stanley fast vier Prozent und rutschten ans Dax-Ende. Bei dem Chipkonzern sehen die Experten kurzfristig kaum zusätzlichen Auftrieb für die Erwartungen am Markt, auch wenn die strukturellen Chancen mit KI-Rechenzentrums-Chips grundsätzlich attraktiv bleiben.
Eine Kaufempfehlung der US-Bank Citigroup beförderte die Aktien von Kion um 6,8 Prozent nach oben – größter Gewinner im MDax. Analyst Martin Wilkie zeigt sich beim Gabelstaplerhersteller zuversichtlich mit Blick auf den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Lagerautomatisierung.
Anteile der DWS stiegen um 2,8 Prozent, unterstützt von einem Kaufvotum der US-Bank Jefferies. Die deutsche Altersvorsorge-Reform eröffne dem Fondsanbieter zusätzliches mittelfristiges Potenzial, schrieb Laura Gris Trillo. Neben der Rentenreform erweitern auch ETF-Sparpläne und das 500-Milliarden-Euro-Infrastrukturprogramm den inländischen Gebührenpool. Zudem tritt die Fondstochter der Deutschen Bank weltweit künftig unter der neuen Dachmarke “Deutsche Asset Management” auf. Vorstandschef Stefan Hoops begründete dies mit den internationalen Ambitionen des Unternehmens.
Unter den kleineren Werten im SDax sprangen Hornbach Holding um 6,5 Prozent nach oben. Der Baumarktkonzern verzeichnete im zweiten Geschäftsquartal eine robuste Nachfrage.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,14 Prozent fester bei 6.413,17 Punkten. Außerhalb der Eurozone büßte die Züricher Börse 1,6 Prozent ein; belastet wurde sie von einem erneuten Kursrutsch beim Pharmaschwergewicht Novartis . Der Londoner FTSE 100 gab leicht nach. In New York fiel der Dow Jones Industrial nach dem Feiertag am Montag um gut ein Prozent./la/nas
— Bericht von Lutz Alexander, dpa-AFX —
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