FRANKFURT (dpa-AFX) – Der kräftige Auftrieb an Deutschlands Aktienmarkt aus dem frühen Handel zur Wochenmitte hat sich bis Mittag weitgehend verflüchtigt. Erwartungen an eine Entspannung im Iran-Konflikt, weiter fallende Ölpreise und eine Rallye bei Technologiewerten hatten den Dax zunächst deutlich nach oben auf ein weiteres Rekordniveau geschoben. Zuletzt bewegte sich der Leitindex jedoch kaum und stand bei 26.211 Punkten.
Kurz zusammengefasst:
Im MDax stand am Mittwoch ein Zuwachs von 0,1 Prozent auf 32.595 Punkte zu Buche. Der EuroStoxx 50 verharrte nahezu unverändert. Zuvor hatte auch der Leitindex des Euroraums ein neues Hoch erreicht.
Wie das US-Portal “Axios” meldete, könnten die USA, der Iran und Oman kurz vor einer befristeten Vereinbarung zur Öffnung der für den Ölhandel bedeutenden Straße von Hormus stehen. Die US-Regierung wolle demnach noch am Mittwoch eine entsprechende Ankündigung machen. Vorgesehen sei, dass weder Mauten noch Gebühren erhoben werden.
“Die Investoren tendieren derzeit dazu, den Tag vor dem Abend zu loben. Das Wirrwarr aus den vergangenen Wochen und Monaten sollten ein mahnendes Beispiel für verfrühten Optimismus sein”, gab Marktanalyst Timo Emden vom Broker CapTrader zu bedenken.
Ein zuversichtlicherer Ausblick von Fresenius (Fresenius Aktie) überzeugte die Anleger des Medizin- und Krankenhauskonzerns. Die Aktie kletterte bis auf den höchsten Stand seit Mitte März und lag zur Mittagszeit 5,8 Prozent im Plus. Damit führten die Papiere den Dax an. Jefferies-Analyst James Vane-Tempest attestierte dem Unternehmen kräftiges Wachstum.
Bei Siemens Energy liefen die Geschäfte weiter gut. Der Energietechnikkonzern steigerte im dritten Quartal Umsatz und Gewinn deutlich und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Den im Frühjahr angehobenen Ausblick bestätigte Siemens Energy. Nach zunächst spürbaren Kursgewinnen drehten die in diesem Jahr bereits stark gelaufenen Aktien jedoch ins Minus und gaben zuletzt um 0,9 Prozent nach.
Höhere Mieten verschafften Deutschlands größtem Wohnimmobilienkonzern Vonovia (Vonovia Aktie) im ersten Halbjahr Rückenwind. Auch das Geschäft mit Zusatzleistungen entwickelte sich deutlich besser. Auf den Nettogewinn drückten allerdings gestiegene Finanzierungskosten. Die Jahresziele bestätigte Vonovia, zeigte sich beim Mietwachstum wegen des Berliner Mietspiegels aber vorsichtiger. Die Aktien reagierten mit einem Minus von 2,5 Prozent.
Der Chipkonzern Infineon (Infineon Aktie) erzielte dank der starken Nachfrage nach Stromhalbleitern für KI-Rechenzentren im dritten Geschäftsquartal einen Rekordumsatz. Auch im wichtigen Auto-Segment legten die Geschäfte zu. Ergebnisse und Ausblick könnten jedoch enttäuschen, vermutete JPMorgan-Experte Sandeep Deshpande. Die Papiere von Infineon fielen als Dax-Schlusslicht um 4,8 Prozent.
Eine Ausweitung des Aktienrückkaufs sowie US-Zollrückzahlungen verliehen den Papieren der DHL Group keinen zusätzlichen Schwung. Nach dem starken Anstieg seit Anfang April bis nahe an das fünf Jahre alte Rekordhoch aus der Corona-Zeit gaben die Aktien zuletzt um 2,1 Prozent nach. Seit Jahresbeginn steht jedoch ein Plus von fast 22 Prozent.
Gea plant den Rückkauf eigener Aktien im Volumen von bis zu einer halben Milliarde Euro. An der Börse kam das gut an: Die Anteilsscheine des Anlagenbauers legten um 1,4 Prozent zu.
Die Aussicht auf mehr Planungssicherheit für die US-Aktivitäten von Wacker Chemie mit dem Grundstoff Polysilizium für die Chip- und Solarindustrie trieb die Aktie um 6,4 Prozent an die MDax-Spitze. Reuters berichtete unter Berufung auf Insider, die US-Regierung bereite die Einführung einer Preisuntergrenze sowie von Zöllen für Polysilizium und verwandte Produkte vor./edh/jha/
— Von Eduard Holetic, dpa-AFX —
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