Neobanken erhöhen den Druck auf traditionelle Geldhäuser. Zahlreiche Volksbanken planen daher, ihren Kundinnen und Kunden bereits in den nächsten Monaten den Handel mit Bitcoin und Ether zu eröffnen.
Immer mehr Volksbanken in Deutschland begleiten ihre Kundschaft beim Handel mit Kryptoanlagen wie Bitcoin und Ether. Nach eigenen Angaben sind die ersten 6 Prozent der genossenschaftlichen Institute bereits am Markt aktiv, weitere 26 Prozent wollen innerhalb von spätestens fünf Monaten eine Lösung für den Kryptohandel bereitzustellen. Das geht aus einer Umfrage des Genoverbands hervor, an der sich vom 31. Juli bis 21. August 196 Institute beteiligten.
Im Verbandsgebiet, das alle Bundesländer außer Bayern und Baden-Württemberg umfasst, planen den Ergebnissen zufolge deutlich mehr als die Hälfte der Institute, interessierten Kunden innerhalb der nächsten zwei Jahre den Kryptohandel anzubieten (59 Prozent). Das Angebot richtet sich an Selbstentscheider, also Anleger, die Investitionsentscheidungen eigenständig treffen.
Der Vorstandsvorsitzende des Genoverbands, Michael Hoeck, betont, es sei nicht sinnvoll, das wachsende Interesse an diesem Thema ausschließlich Wettbewerbern zu überlassen, die mitunter vor allem sehr risikoreiche Anlagen offerieren. Zugleich geben in der Befragung 30 Prozent der Institute an, derzeit nicht zu planen, Kryptohandel anzubieten.
Banken erwarten einen härteren Wettbewerb
Hoeck mahnt, das Produktportfolio müsse so gestaltet sein, dass es für Kunden attraktiv bleibt – insbesondere für jüngere Zielgruppen. Immer mehr ausländische Banken und Neobanken werben in Deutschland um Kundschaft. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der befragten Vorstände rechnet mit einer starken bis sehr starken Zuspitzung des Wettbewerbs um Einlagen, während nur 13 Prozent wenig oder gar keine Verschärfung erwarten.
Neobanken wie N26, Trade Republic und Revolut ermöglichen den Handel mit Kryptowährungen bereits seit geraumer Zeit. Die Sparkassen haben ihren Kurs geändert und über ihr Wertpapierhaus Dekabank ein Angebot entwickelt, das ab Oktober den Kryptohandel über die Sparkassen-App erlauben soll.
Bitcoin entsteht durch rechenintensive Prozesse; Anleger bleiben in der Regel anonym, während Transaktionen in der öffentlichen Blockchain nachvollziehbar sind. Der Bitcoin-Kurs unterliegt starken Schwankungen. Notenbanker stufen solche Kryptotoken nicht als echte Währungen ein und warnen vor spekulativen Blasenrisiken, da eine Kontrolle durch Zentralbanken oder Staaten fehlt.