BASF-Aktie: Der überraschende Comeback-Gewinner!
Im Vorjahr dümpelte die BASF-Aktie nach dem sogenannten Trump-Crash im April über weite Strecken dahin; abgesehen von einer kurzen Sommer-Rally verlief die Entwicklung überwiegend seitwärts. Die weltweit schwache Chemiekonjunktur und der Margendruck durch hohe Energiekosten an den deutschen Standorten bremsten das Aufwärtspotenzial deutlich.
Umso bemerkenswerter ist die Performance im aktuellen Börsenjahr: Seit Jahresbeginn hat der Kurs um knapp 20 Prozent zugelegt und zählt damit zu den stärksten Werten im deutschen Leitindex DAX. Nur die Versorger E.ON und RWE sowie Siemens Energy schneiden derzeit noch besser ab.
Jetzt geht es für die Aktie um einiges …
Nach der im Vorjahr langanhaltenden Seitwärtsphase brachte zum Jahreswechsel der Ausbruch über den Horizontalwiderstand bei 45 Euro neuen Schwung. Möglich machten dies stetige Verbesserungen der technischen Indikatoren, die den jüngsten Aufwärtstrend begleiteten und untermauerten.
Zwar fiel die Aktie nach dem Beginn des Iran-Krieges zwischenzeitlich deutlich zurück und löste mit dem Unterschreiten der 50-Tage-Linie ein erstes Verkaufssignal aus, doch die Kombination aus intaktem Aufwärtstrend und 200-Tage-Linie führte schnell zu einem Rebound. Damit wurde die Bedeutung dieser Unterstützungen bestätigt.
In den vergangenen Tagen zeigte sich die BASF-Aktie volatil. Dank der erneut starken Vorstellung am Donnerstag rückt jedoch der Widerstandsbereich zwischen 52,50 und 55,00 Euro immer stärker in den Fokus. Gelingt der Sprung darüber, winken neue Mehrjahreshochs und ein kräftiges technisches Kaufsignal. Anschließend wären Kurse bis mindestens 60 Euro denkbar.
… doch das Risiko eines Atemlosses gerade jetzt ist groß!
Die Hürden sind inzwischen jedoch beträchtlich, denn der Kraftakt der vergangenen Wochen fordert seinen Tribut. Der Relative-Stärke-Index (RSI) notiert am Donnerstag bereits wieder im überkauften Terrain. Gleichzeitig deuten sich sowohl im RSI als auch im Trendstärkeindikator MACD erste bearishe Divergenzen an. Das könnte kurzfristig eine Korrektur oder gar eine Trendwende einleiten.
Aus technischer Sicht besitzt die Aktie zwar den nötigen Schwung für einen Ausbruch, es mangelt jedoch an zusätzlichem Potenzial, diesen nachhaltig zu erzwingen. Damit ist die Gefahr hoch, dass selbst bei einem kurzfristigen Erfolg ein Fehlsignal entsteht und der Ausbruch zügig verkauft wird.
Am größten wäre die Erfolgswahrscheinlichkeit, wenn der Kurs zuvor noch einmal Luft holt – etwa mit einem Rücksetzer in Richtung der bei 48,75 Euro verlaufenden 50-Tage-Linie. Das würde die technischen Indikatoren konsolidieren und den Käuferinnen und Käufern wieder mehr Spielraum verschaffen.
Fazit: Rücksetzer abwarten und günstiger einsteigen – oder den Ausbruch traden
Auch mit Blick auf die Bewertung ist kurzfristig fraglich, wie viel Luft nach oben noch bleibt. Für 2026 ist BASF (BASF Aktie) mit einem KGVe von 14,2 bepreist – etwas unter dem Branchendurchschnitt von 15,4. Für das Geschäftsjahr 2027 rechnen Expertinnen und Experten jedoch mit einem Gewinnrückgang und einem KGVe von 19,7. Für einen zyklischen Industrietitel ist das schlicht zu hoch und dürfte das Aufwärtspotenzial begrenzen.
Bereits investierte Anlegerinnen und Anleger lassen ihre Gewinne zunächst laufen. Zeichnet sich in der Widerstandszone ein Pullback ab, könnten Teilverkäufe sinnvoll sein. Für Neueinsteigerinnen und -einsteiger ist die Aktie derzeit weniger attraktiv; hier bietet eine Korrektur die Chance auf eine höhere Sicherheitsmarge. Traderinnen und Trader können hingegen einen bestätigten Ausbruch prozyklisch handeln.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross