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finaktien.de > Blog > Unterhaltung > Arktischer Kälteeinbruch trifft Kanada und die USA
Unterhaltung

Arktischer Kälteeinbruch trifft Kanada und die USA

Last updated: January 23, 2026 10:10 pm
Klaus Meyer
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Arktischer Kälteeinbruch trifft Kanada und die USA

Alarm wegen Extremtemperaturen bis minus 50 Grad

Eine ausgeprägte arktische Kältewelle hält große Teile Nordamerikas fest im Griff. In Kanada haben die Behörden landesweit Warnmeldungen herausgegeben, nachdem die gefühlten Temperaturen in mehreren Regionen auf bis zu minus 50 Grad Celsius abgesunken sind. Besonders betroffen sind die Prärieprovinzen Saskatchewan und Manitoba, wo Environment Canada flächendeckend die Warnstufe Orange ausgerufen hat. Diese Stufe greift, wenn erhebliche Gefahren für Gesundheit, Infrastruktur und den Alltag zu erwarten sind.

Auch weite Teile des Nordwestens von Ontario fallen in dieselbe Warnkategorie. Nach Angaben der Wetterbehörde steht eine mehrtägige Kältephase bevor, in der Windchill-Werte zwischen minus 40 und minus 50 Grad prognostiziert werden. Für die betroffenen Regionen bedeutet das eine außergewöhnliche Belastungsprobe für Menschen und Technik.

Behörden warnen vor gesundheitlichen Risiken

Environment Canada warnt eindringlich vor den Gefahren. Wörtlich heißt es: „Extreme Kälte stellt für alle ein Risiko dar.“ Empfohlen wird, sich mehrschichtig und winddicht zu kleiden, Aufenthalte im Freien auf das Nötigste zu reduzieren und Haustiere nicht der Kälte auszusetzen. Zudem sollten Häuser gut isoliert, Heizsysteme überprüft sowie Zugluft und undichte Stellen konsequent abgedichtet werden.

Auch in anderen Landesteilen bleibt die Lage angespannt. Über Ontario und große Teile von Québec liegt weiterhin arktische Luft. In zentralen Regionen Ontarios gilt Warnstufe Gelb, die dennoch Windchill-Werte von minus 40 bis minus 45 Grad umfasst. Selbst im Süden Ontarios, nördlich des Großraums Toronto, werden gefühlte Temperaturen von minus 30 bis minus 33 Grad erwartet. In Québec liegen die Prognosen bei minus 35 bis minus 40 Grad.

Maritimes rüsten sich auf eisige Tage

Auch die Atlantikprovinzen bleiben nicht verschont. In New Brunswick werden ab Samstag Temperaturen zwischen minus 30 und minus 37 Grad erwartet. Besonders der Nordwesten der Provinz dürfte bis Sonntag die kältesten Bedingungen erleben. Kommunen richten Notunterkünfte ein und appellieren an die Bevölkerung, unnötige Wege zu vermeiden.

Wintersturm bedroht weite Teile der USA

Parallel zur Kälte in Kanada zieht ein mächtiges Wintersturmsystem auf die USA zu. Nach Einschätzung der Wetterdienste stehen mehr als 177 Millionen Menschen unter Schnee- und Eiswarnungen, während über 200 Millionen zusätzlich von Kältewarnungen betroffen sind. Besonders heikel ist die Kombination aus Eisregen, Schnee und extremen Temperaturen, die sich von Texas bis Neuengland erstreckt.

Meteorologen befürchten, dass die Schäden in stark vereisten Gebieten das Ausmaß eines Hurrikans erreichen könnten. Stromversorger stellen sich auf langanhaltende Ausfälle ein, da vereiste Bäume und Leitungen noch Tage nach dem Sturm brechen können.

Schulschließungen und Infrastruktur unter Druck

Im Mittleren Westen der USA haben arktische Luftmassen bereits zu Schulschließungen geführt. In Chicago setzten die öffentlichen Schulen den Unterricht aus, weil bei Windchill-Werten von minus 40 Grad Fahrenheit Erfrierungen binnen weniger Minuten drohen. In Bismarck, North Dakota, wurde am Morgen eine gefühlte Temperatur von minus 41 Grad Fahrenheit registriert.

Colin Cross, der in Bismarck im Freien arbeitete, beschrieb die Situation so: „Ich bin schon lange hier, aber irgendwann setzt das Denken einfach aus.“ Er trug mehrere Kleidungsschichten, um arbeitsfähig zu bleiben.

Eisregen gefährdet Stromversorgung

Besonders kritisch ist die Lage in den Südstaaten, wo viele Haushalte elektrisch heizen. Eislast kann Stromleitungen und Äste um mehrere hundert Kilogramm beschweren. Schon geringe Windstöße reichen dann aus, um erhebliche Schäden zu verursachen.

In Texas blieben Schulen in Houston geschlossen, während Energieversorger tausende zusätzliche Mitarbeitende mobilisierten. Bürgermeister John Whitmire erklärte: „Alle sind im Einsatz. Wir hoffen auf das Beste, sind aber auf das Schlimmste vorbereitet.“

Flugverkehr und Versorgung stark beeinträchtigt

Der Wintersturm wirkt sich massiv auf den Reiseverkehr aus. Landesweit wurden über 1.000 Flüge gestrichen oder verspätet, mehr als die Hälfte davon im Raum Dallas. Für den Folgetag meldeten Flugtracker bereits über 1.400 Annullierungen, insbesondere mit Blick auf den Großraum Atlanta.

Lehren aus früheren Kältekatastrophen

Der schwere Kälteeinbruch vor fünf Jahren ist in den USA noch präsent. Damals brach in Texas ein großer Teil des Stromnetzes zusammen, Millionen Menschen waren tagelang ohne Elektrizität, hunderte starben. Gouverneur Greg Abbott betonte nun, ein solches Szenario dürfe sich nicht wiederholen.

Auch Wasserleitungen stehen unter Druck. In Atlanta, wo Temperaturen von minus 12 Grad Celsius und mehr als 36 Stunden Dauerfrost erwartet werden, bereiten sich Handwerksbetriebe auf eine Flut von Notrufen vor. Installateurin Melissa Cary sagte: „Wir arbeiten durchnässt, mit tauben Fingern und Zehen. Ohne heißen Kakao und Suppe geht es nicht.“

Menschen suchen Schutz vor der Kälte

Viele Menschen bleiben in ihren Wohnungen oder suchen Schutzräume auf. In Atlanta versuchte der obdachlose Eliacar Diego, einen der städtischen Wärmestützpunkte zu erreichen. Er sagte: „Ich muss dieses Wochenende einfach überstehen.“ Auch Studierende reagieren pragmatisch: An der University of Georgia entschieden sich viele, trotz offizieller Empfehlungen auf dem Campus zu bleiben. Studentin Eden England erklärte: „Egal wo ich bin, es wird schwierig. Dann lieber gemeinsam mit Freunden.“

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