Apple stellte neue KI-Features vor, doch an der Börse folgten Verluste. Weshalb die Gründe für den Kursknick komplexer sein könnten.
Die Apple-Aktie gab nach der alljährlichen Entwicklerkonferenz WWDC in der vergangenen Woche um beinahe sieben Prozent nach. Rasch stand der Verdacht im Raum: Anleger seien von Apples neuen KI-Plänen nicht überzeugt. So eindeutig ist die Lage jedoch offenbar nicht.
Apple-Aktie unter Druck: Siri AI nicht der einzige Grund
Seit der WWDC-Keynote gab die Apple-Aktie binnen zwei Tagen etwa 25 Dollar je Anteilsschein ab. Manche Beobachter führten das direkt auf Apples AI-Ankündigungen zurück – insbesondere auf den verhaltenen Start von Siri AI.
Tatsächlich bestehen Einschränkungen: Siri AI startet zunächst als Beta, ist anfangs nur auf Englisch nutzbar und steht auf iPhone und iPad in der EU vorerst nicht direkt zur Verfügung. Auch China bleibt aufgrund regulatorischer Hürden außen vor.
Kapital für SpaceX-Börsengang umgeschichtet?
Gleichzeitig war Apple nicht allein betroffen. US-Indizes zeigten ebenfalls Schwäche, unter anderem wegen geopolitischer Spannungen, Inflationssorgen und neuer Spekulationen über die Zinspolitik der US-Notenbank.
Hinzu kommt ein ungewöhnlicher Nebenaspekt: Einige Anleger sollen bestehende Positionen verkauft haben, um Kapital für den erwarteten SpaceX-Börsengang freizumachen. Das könnte erklären, warum der Rückgang nicht nur Apple traf.
Per Saldo wirkt Apples WWDC-Botschaft für Investoren eher neutral bis leicht positiv. Die Hardware-Grenzen könnten sogar als Treiber für Upgrades dienen: Viele ältere Geräte unterstützen Apple Intelligence oder die neue Siri-Version nicht.