Nicolas Ebert liefert prägnante News mit feinem Gespür für die Themen, die die Märkte bewegen. Nach mehr als sechs Jahren bei wallstreetONLINE und ariva.de ist der Berliner in der Finanzszene zu Hause. Seine Beiträge decken ein breites Feld ab – von Value-Werten und Asien-Märkten über US-Big-Techs bis hin zu aktuellen Überfliegern auf dem globalen Parkett. So entstehen kompakte Informationen, die Anlegern verlässliche Orientierung geben.
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Während Hersteller wie Toyota und Nissan am Hybrid-Boom verdienen, spielt GM dabei kaum eine Rolle. Dafür liefert der Autobauer nun Komponenten für Raketen an Lockheed Martin – und die Börse reagiert prompt positiv.
Das Wichtigste in Kürze:
Die Aktie von General Motors zog am Donnerstag im frühen Handel um mehr als drei Prozent an, nachdem Lockheed Martin mitteilte, der Autokonzern habe mit der Zulieferung von Bauteilen für das Patriot-Luftabwehrsystem begonnen.
Bereits am 28. August lieferte General Motors die erste Charge von Gehäusen für die PAC-3-MSE-Abfangraketen – keine vier Wochen nach Vertragsunterzeichnung, so Lockheed Martin. Zum Auftragsvolumen oder zum Produktionsstandort machte der Rüstungskonzern keine Angaben.
CEO Mary Barra rechnet für dieses Jahr mit Verteidigungserlösen von rund 700 Millionen US-Dollar und will damit einen Auftragsbestand mit künftig zweistelligen Margen aufbauen.
Hybrid-Boom geht an GM vorbei
Während General Motors sein Engagement im Verteidigungssektor ausweitet, gerät das Kerngeschäft unter Druck. Autohändler Bill Wallace aus Florida berichtet von deutlich steigender Nachfrage nach Hybridmodellen. Seine Hyundai-, Kia- und Mazda-Standorte profitieren davon, doch bei Chevrolet und Cadillac hat GM trotz umfangreicher E-Auto-Palette nur ein einziges Hybridmodell im Programm – die Sportwagen-Ikone Corvette.
GM verliere unzweifelhaft Marktanteile, sagt Wallace. Ein Unternehmenssprecher entgegnete, man wolle Fahrzeuge bauen, die Kunden lieben.
Seit dem Iran-Krieg – der die Benzinpreise etwa 40 Prozent nach oben trieb – ist das Interesse an Hybriden stark gestiegen. Im August machten sie 19 Prozent des US-Autoverkaufs aus, nach rund 16 Prozent vor Kriegsbeginn. Laut JD Power wurden sie im zweiten Quartal mehr als doppelt so schnell verkauft wie reine Verbrenner.
Hybride galten bei GM lange als zu teuer und zu komplex; der Konzern setzte konsequent auf reine Elektrofahrzeuge. Barra bezeichnete sie 2019 als Übergangslösung ohne echtes Kundeninteresse. Ende 2024 stellte sie Plug-in-Hybride bis 2027 in Aussicht, nannte zuletzt gegenüber Fortune jedoch keinen festen Zeitplan. Branchenkenner rechnen erst gegen Ende des Jahrzehnts mit einem Hybridmodell von GM.
Wettbewerber ziehen davon
Toyota führt sein starkes US-Wachstum vor allem auf Hybridverkäufe zurück. Auch Nissan beschleunigt die Einführung eines neuen Hybrid-SUV. Fast jeder bringe inzwischen Hybride auf den Markt; das sei mehr als eine Mode, sagt Srini Rajagopalan von JD Power.
Der US-Marktanteil von General Motors fiel im ersten Halbjahr auf 16,8 Prozent, während Toyota und Honda Zugewinne verzeichneten. Analyst John Murphy hält GMs Strategie dennoch nicht für den offensichtlichen Fehltritt, als den sie manche sehen. GM-Händler David Ferraez aus New Jersey hofft trotzdem, dass der Konzern bald einen Weg zu Hybriden findet.
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