Für größere Finanzierungsrunden wenden sich viele deutsche Start-ups bislang vor allem an US-Geldgeber. Mit einem Plan über 25 Milliarden Euro möchte die Bundesregierung das nun umkehren.
Bundesregierung und KfW-Bankengruppe intensivieren ihre Bemühungen, zusätzliches privates Kapital für Start-ups zu erschließen. In den kommenden Monaten wollen sie verstärkt neue Investoren für eine Beteiligung an der vor zwei Jahren gestarteten WIN-Initiative gewinnen. „Ziel sind bessere Finanzierungsbedingungen für junge Unternehmen, mehr Chancen für Investoren und ein spürbarer Impuls für den Wirtschaftsstandort Deutschland“, teilte die KfW in Frankfurt mit.
Über die WIN-Initiative sollen die Engagements institutioneller Geldgeber mehr als verdoppelt werden. Bis 2030 sollen rund 25 Milliarden Euro von Großanlegern für Wagniskapital mobilisiert werden. Fließen soll das zusätzliche Kapital dank verbesserter Rahmenbedingungen, ausgebauter Marktinfrastruktur und stärkerer Vernetzung, wie die KfW weiter erklärte. Zudem sollen neue Partner gewonnen werden, darunter Stiftungen, Versicherungen, Pensionskassen und Konzerne.
Start-ups bewiesen immer wieder die Innovationsstärke des Standorts Deutschland, sagte Finanzminister Lars Klingbeil (SPD). „Was jedoch noch zu selten gelingt, ist, diese Unternehmen hierzulande groß zu machen und langfristig zu halten. Deshalb verbessern wir die Rahmenbedingungen, damit vor allem mehr Wachstumskapital bereitsteht.“
Ähnlich äußerte sich Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Sechs von zehn Maßnahmen der WIN-Initiative seien bereits umgesetzt. „In der nächsten Phase geht es deshalb darum, noch mehr Kapital für Deutschland zu gewinnen.“
Deutschland hinkt beim Wagniskapital hinterher
SPD und Union hatten sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, mehr Wagniskapital zu mobilisieren. Nach Einschätzung von Branchenexperten kommt der Ausbau jedoch nur schleppend voran. Auch die bisherige WIN-Bilanz ist gemischt: Seit dem Start im September 2024 wurden laut KfW bis Ende 2025 rund 2,6 Milliarden Euro am Markt investiert.
Die deutsche Start-up-Szene ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Für große Finanzierungsrunden sind junge Firmen jedoch häufig auf US-Investoren angewiesen. Großanleger engagieren sich hierzulande nur begrenzt in Wagniskapital – auch wegen strenger Vorgaben.